Beim unbeschlagenen Huf spielt sich folgendes im Innern ab:
Lederhaut- oder Hufknorpelregionen, die längere Zeit abgequetscht wurden, sterben ab. Nach einer Wiederdurchblutung dieser Bezirke werden die toten Gewebeteile durch Eiter vom lebenden Gewebe abgelöst und nach außen befördert, weil die toten Gewebeteile nicht über die mikroskopisch kleinen Blutgefäße der Huflederhaut abtransportiert werden können.
Diesen Vorgang treffen wir sehr oft bei der Umstellung beschlagener Hufe auf das Barfußlaufen!
Wenn sich Zwanghufe öffnen, muß mit Sohlen- und Ballengeschwüren gerechnet werden.
Hufabszesse finden sich überwiegend im Trachtenbereich , manchmal auch an Strahl und Ballen und vor oder seitlich der Strahlspitze. Sie bilden sich auch an den Stellen, an welchen sich die Aufzüge der Hufeisen befanden und im Bereich des letzten Nagels. Vielfach verursachen zu lange Eckstreben, die über die Sohle wachsen, Druckstellen, die sich später als Hufgeschwüre bemerkbar machen.
Es verschafft dem schmerzgeplagten Pferd Erleichterung, wenn der Abszeß gefunden und durch eine Fachperson eröffnet wird.
Es kommt vor, dass ein Hufgeschwür nicht zu finden ist, wenn es z.B. tief im Ballen-Strahl-Eckstrebenbereich sitzt. Anstatt nun einen großen Teil des Sohlen- und Strahlhornes wegzuschneiden (es dauert sehr lange, bis das Pferd diesen Fuß wieder belasten würde), Hufverbände anzubringen und das Pferd in eine Boxe zu Stellen, wie das in diesem Falle oft gemacht wird, wartet man, bis sich der Abszeß selbst einen Weg nach außen gesucht hat.
Hilfreich sind Umschläge aus warmem Leinsamenbrei, welcher die Hornsubstanz aufweicht. Sobald der Eiter beim Kronenrand austritt, lassen die Schmerzen nach. Das kann allerdings einige Zeit dauern. Mehrere Tage lang badet man dann den Huf täglich in Wasser, dem ein Schuß Obstessig zugegeben wurde.
Naturhufe, die gut durchblutet werden, sind sehr regenerationsfähig.